Neue Führung am 16.11. um 14 Uhr im ehemaligen Zwangsarbeiterlager in Bochum-Bergen in Kooperation mit der VHS

Treffpunkt: Infotafel Bergener Straße 116 c

Kurs: L12009 C, VHS-Bochum: 0234-910-1555

Szenische Lesung im Fritz-Bauer-Forum am 6.11.25 – Foto: © FRITZ BAUER FORUM | BUXUS STIFTUNG

Szenische Lesung der Initiative Gedenkort Bochum-Bergen am 6.11. im Fritz-Bauer-Forum stieß auf sehr großes Interesse!

Lesung mit Teilen des Ensembles im Oval Office, Schauspielhaus Bochum, am 13.12. um 19 Uhr, bitte vormerken!

https://www.bochum-journal.de/2025/11/11/lesung-buchprojekt-zwangsarbeit-bochum-bergen/

Einstimmiger Ratsbeschluss zur Entwicklung des ehemaligen Lagers Bergener Straße am 10.7.2025

Ein Gedenkort im Entstehen – die ehemalige Kommandantur; Foto: S. Wycisk

Hier die Beschlussvorlage im Wortlaut zur Ansicht:

https://bochum.ratsinfomanagement.net/sdnetrim/UGhVM0hpd2NXNFdFcExjZR9601Csi0G00LSSKY92qotrb01MNtTiKqwrsYJdHCbC/Beschlussvorlage_der_Verwaltung_20250210.pdf

Die einstimmige Verabschiedung der Beschlussvorlage der Verwaltung (Nr. 20250210 Amt für Geoinformation, Liegenschaften und Kataster, Holger Ernst vom 30.01.2025) zur „Umsetzung von Teilmaßnahmen in einer Größenordnung von 2,0 Mio €“ für die Jahre 2025/2026 ist zu begrüßen. Besonders hervorzuheben ist, dass neben der Sanierung und künftigen Nutzung der ehemaligen Kommandantur, Bergenerstr. 116 i, als Gedenkstätte und Museum, zeitnah auch der Wohngebäudeblock Bergener Straße 116 c, ehemaliger Bürgertreff, in den Blick genommen wird. Seit 2020 haben wir bereits als Initiative darauf hingewiesen, dass, so nun im Wortlaut die Vorlage, „insbesondere um Schulklassen oder anderen Gruppen bei Veranstaltungen ausreichend Platz bieten zu können […] eine erweiterte museale Nutzung der Immobilie in städtischer Trägerschaft zu ermöglichen“ sei. Weiter heißt es „die Sanierung des Gebäudes Bergener Str. 116 c […] soll als historisches Gebäude im Sinne eines ‚Museumsgebäudes im originalen Bauzustand‘ erfolgen.“ Inwieweit auch der gedeckte, bereits frei geräumte Splitterschutzgraben, als Bodendenkmal ausgewiesen, in das Denkmalkonzept nach Prüfung der Statik einbezogen wird, bleibt abzuwarten. „In den unterirdischen Räumen wurden vereinzelt Fundstücke sichergestellt und dem Stadtarchiv übergeben“.

„Auf den Spuren der Zwangsarbeit im Bochumer Norden“

https://www.komoot.com/de-de/tour/2262221108?ref=itd&share_token=aT3SPvREHn28z4hpC1bJHkFwcJthrkqKmSSfr8xzek34bhhqn6&ref=its-qr

Fotos: Myra Kaiser

Von Donezk in den Pütt nach Bochum

Treffpunkt der Radtour der Initiative Gedenkort Bochum-Bergen war die Skulptur der „Knochen-Karl“ auf dem Gelände der ehemaligen Hauptverwaltung der Zeche Constantin. Nach einem Abstecher zum Prattwinkel – einer Straße in der der Steiger Nölting in den Kriegsjahren wohnte, der nachweislich Zwangsarbeiter gedemütigt hatte – fuhr die Gruppe in Richtung Kaiseraue nach Bochum-Grumme. An dem ehemaligen Standort der „Kaiseraue“ , Kreisverkehr Josephinienstraße/Tenthoffstraße, leitet Heinz Schlinkert von der Geschichtsgruppe Grumme seine Erläuterungen treffend mit der Formulierung ein: „Wie Sie sehen, sehen Sie nichts“. Denn von der ehemaligen Gaststätte, die in den Kriegsjahren ab 1941 als Zwangsarbeiterlager diente, ist nichts mehr zu sehen. Lediglich ein Schild der Geschichtsgruppe erinnert an die Geschichte des einst beliebten Ausfluglokals. Der ehemalige Zwangsarbeiter Michail Petruk hielt seine Erinnerungen an die Zwangsarbeit auf Constantin und das Lager Kaiseraue in Briefen an die „Gesellschaft Bochum-Donezk e.V.“ wie folgt fest. Er schrieb: „Neben dem Gebäude (Kaiseraue) stand eine Baracke, umgeben mit Stacheldraht, in ihr lebten Franzosen. In diesem Lager lebten 240 Menschen – Ostarbeiter – … und 40 Personen aus der Westukraine.“ Alle aus dem Lager arbeiteten im Schacht 8/9 unter schwersten Bedingungen. Und wenn nach 8 Stunden in Hitze und Staub, nur mit Holzpantinen an den Füßen und halbnackt die „Norm nicht erfüllt wurde, musste man bis zur nächsten Schicht bleiben“. Der Hunger war unerträglich und die Nahrung vollkommen unzureichend und von äußerst minderer Qualität.

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Viele Interessierte bei Gedenkfeier am kalten, aber sonnigen 2. Februar 2025!

Fotos: J. Chill
Namenverlesen von der Italienischen Gemeinde
v.re.: Pater John, ital. Konsulatsvertreter, M. Olm

Wir gedenken der 22 getöteten Zwangsarbeiter. Am 2. Februar 1945 kamen sie – 2 Monate vor der Befreiung – durch einen nächtlichen Luftangriff ums Leben!

  • (53)Antonio Malagoli, 24 Jahre, geboren in Solara di Bomporto – Modena, Emilia-Romagna
  • (54) Gino Zanotti, 22 Jahre, geboren in Gatteo – Forlì, Emilia-Romagna
  • (55) Alessandro Passadinibi, 29 Jahre, geboren in Castel S. Pietro – Bologna, Emilia-Romagna
  • (56) Cosimo Martina, 32 Jahre, geboren in Nardò – Lecce, Apulien
  • (57) Carmelo Caramia, 30 Jahre, geboren in Mesagne – Brindisi, Apulien
  • (58) Paolo Maserati, 25 Jahre, in Gazzola – Piacenza, Emilia-Romagna
  • (59) Severino Fabris, 30 Jahre, geboren in Camponogara-Venedig, Venetien
  • (60) Ferdinando Paolinelli, 30 Jahre, geboren in S. Lorenzo in Campo-Pesaro/Urbino, Umbrien
  • (61) Alfonso Pizza, 32 Jahre, geboren in Niscemi – Caltanissetta, Sizilien
  • (62) Giuseppe Sarru, 33 Jahre, geboren in Tortoli – Ogliastra, Sardinien
  • (63) Giuseppe Capraro, 32 Jahre, geboren in Canicattì – Agrigent, Sizilien
  • (64) Pietro Bono, 32 Jahre, geboren in Montelepre – Palermo, Sizilien
  • (65) Wasyl Heijderin, 19 Jahre, geboren in Stano-Dosperdowik, Sowjetunion
  • (66) Domenico Quintiero, 21 Jahre, geboren in Cittadella del Capo – Cosenza, Calabrien
  • (67) Angelo Coviello, 31 Jahre, geboren in Avigliano – Potenza, Basilicata
  • (68) Nunzio Latino, 21 Jahre, geboren in Vittoria – Ragusa, Sizilien
  • (69) Bartolomeo Zaccagnino, 22 Jahre, geboren in Atella – Potenza, Basilicata
    (Stand Dezember 2024: kursive Zahlen sind die Nr. der Sterbeurkunden beim Standesamt Bochum-Gerthe)

Redebeitrag von Alfredo Vernazzani, ANPI-Köln, Verband der Partisanen Italiens in Deutschland, am 2. Februar 2005 und Bericht der Initiative:

Liebe Alle,

Wir sind jetzt schon eine Weile hier, Sie haben von den Umständen des Todes der Menschen erfahren, deren wir heute gedenken, Sie haben ihre Namen gehört, und so sehe ich mich nicht von der Aufgabe belastet, all dies noch einmal zu wiederholen. Stattdessen werde ich Ihnen eine andere Seite der Geschichte erzählen.

Wie Sie vielleicht wissen, bin ich heute hier als Vertreter der ANPI Köln. Die ANPI ist die Vereinigung italienischer Partisanen, die unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet wurde, um Mitglieder der italienischen Resistenza gegen den Faschismus und die Nazi-Besatzungstruppen in Italien zu sammeln.

Seitdem hat sich es die Welt tief verändert. Die meisten Partisanen sind gestorben, und die ANPI, die inzwischen verschiedene Sitze in anderen Ländern in Europa und darüber hinaus eröffnet hat, hat ihre Tore für Mitglieder der neuen Generationen geöffnet, Mitglieder, die die Aufgabe weiterführen könnten, den Wert des Antifaschismus und der Erinnerung am Leben zu erhalten, die das Herzstück des aus der Asche des Krieges geborenen Europas bilden.

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