
Großer Andrang bei szenischer Lesung


55 Jahre nach seinem Tod und fast 80 Jahre nach dem Ende des II. Weltkrieges finanziert die Alfried Krupp-Stiftung eine mehrjährige Studie zum Verhältnis von Krupp zum NS. Zu begrüßen ist, dass nicht nur seine Person, sondern auch das mörderische, profitable System der Zwangsarbeit im Fokus stehen. Gerade im Ruhrgebiet litten zig tausende ausländische Zwangsarbeiter*innen im Ruhrbergbau und der Eisen-und Stahlindustrie an den katastrophalen Arbeits- und Lebensbedingungen oder bezahlten für den faschistischen Krieg mit dem Tod.
weiterlesen„An die Direktoren,
die Baracken für das Lager Bergen (Ausländer von Schacht 10) werden zur Zeit angeliefert.“
April 1943, Gewerkschaft ver. Constantin der Große
Anhand von anschaulichen Dokumenten werden die Geschichte des Lagers, die Her kunft und das Leben der hier untergebrachten Zwangsarbeiter sowie deren besonders harten Arbeits- und
Lebensbedingungen auf der Krupp-Zeche Constantin der Große erfahrbar.
Die Teilnehmenden bekommen einen Einblick in das verbrecherische System der Zwangsarbeit während der Zeit des Nazismus, das von Menschenraub, Ausbeutung und rassistischer Unterdrückung geprägt war.
Termin: Samstag, der 27. Mai 2023 um 14 Uhr
Dauer: ca. 1,5 Stunden
Ort: Bergener Str. 116c, Gedenktafel
Anmeldung:
E-mail: stadtarchiv@bochum.de
Telefon: 0234 910-9510
Im ehemaligen Zwangsarbeiterlager „Bergener Strasse“ gibt es jetzt eine Informationstafel mit geschichtlichen Daten über das Lager und die dort zur Zwangsarbeit gezwungenen Menschen aus der Ukraine und Polen. Auf Antrag vom Bündnis gegen Rechts hatte der Ausschuss für Kultur und Tourismus im Rat der Stadt Bochum im Februar 2022 den Beschluss gefasst, diese Informations- und Gedenktafel aufzustellen.
„Begleitet“ wurde die Phase der technischen Umsetzung mit einer längeren Abklärung über einige geschichtliche Daten (z.B. über das tatsächliche Baujahr und die Fertigstellung des Lagers). Im Text auf der Tafel wird genau beschrieben, dass die Zwangsarbeiter auf der Zeche „Constantin der Große“, die zum Krupp-Konzern gehörte, besonders harten Arbeitsbedingungen ausgeliefert waren, die oft zum Tod oder schweren Verletzungen geführt haben.
Mit der Info-Tafel ist wieder ein kleiner Schritt getan, dass die Geschichte des Lagers und die Unterdrückungs- und Ausbeutungspolitik der Nazi-Diktatur in Bochum nicht vergessen wird..
Die Initiative Nordbahnhof widmet im Rahmen des 9. November eine Vortragsreihe zur Zwangsarbeit im Zweiten Weltkrieg und den gegenwärtigen Anforderungen an Erinnerungskultur und Erinnerungspolitik. Die Initiative schreibt dazu: »Eine Vielzahl von Menschen passierte während des Zweiten Weltkriegs den Nordbahnhof Bochum. Als Güter- und Reisebahnhof behielt er seine Alltagsfunktion bei, während gleichzeitig Hunderte Juden, Sinti und Roma von hier aus in die Vernichtungslager im Osten deportiert wurden. Den umgekehrten Weg nahmen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter sowie politische Häftlinge aus dem In- und Ausland, für die Bochum nicht Ausgangspunkt, sondern Ziel der unfreiwilligen Reise war.
weiterlesenNäheres zum Lager Bergener Straße