Vor 80 Jahren – Schlaglichter – eine Auswahl

Mit diesem neuen Format möchten wir die Sanierungsarbeiten am neuen Gedenkort Bochum-Bergen inhaltlich begleiten. Es werden im monatlichen Wechsel Dokumente zu verschiedenen Themen der Zwangsarbeit präsentiert, die einen ersten Eindruck über Stimmung, Maßnahmen und Folgen der harten Arbeits- und Lebensbedingungen im Ruhrbergbau insbesondere auf der Zeche Constantin zur Zeit des Nazismus geben sollen.

Welche Handlungsspielräume hatten die Zechen und welche Verantwortung trugen sie?

Erste szenische Lesung zu Arbeits- und Lebensbedingungen von Zwangsarbeiter*innen

  • der Kruppzeche Constantin der Große in Bochum-Bergen

Auf überraschend großes Interesse traf die Führung am Sonntag, den 30.7.2023, in der letzten Woche der Sommerferien. Fast 50 Personen hatten sich angemeldet und übertrafen damit alle Erwartungen um ein Vielfaches. Nach einer kurzen Einführung in Raum und Zeit, den Eroberungskrieg Nazideutschlands in Osteuropa und damit den Beginn der Zwangsrekrutierung ausländischer Arbeitskräfte, konnte die szenische Lesung beginnen. Dank der umfangreichen Sammlung der Briefe ehemaliger Zwangsarbeiter aus Bochum (1942-45), die anlässlich ihrer Besuche und ihrer Hoffnung auf Entschädigung verfasst wurden, konnte auf Zeitzeugnisse von Zwangsarbeiter*innen der Zeche Constantin zurückgegriffen werden (Hrsg.: W. Jachnow et al, …und die Erinnerung tragen wir im Herzen, Bochum 2002).

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Großer Andrang bei szenischer Lesung

Erste Führung mit Zweitzeugin Frau Waltraud Jachnow, Gesellschaft Bochum-Donezk, und szenischer Lesung am Gedenkort Bochum-Bergen trifft auf überwältigend großes Interesse

„Krupp war ein Nazi!“

Lesebrief an die WAZ

55 Jahre nach seinem Tod und fast 80 Jahre nach dem Ende des II. Weltkrieges finanziert die Alfried Krupp-Stiftung eine mehrjährige Studie zum Verhältnis von Krupp zum NS. Zu begrüßen ist, dass nicht nur seine Person, sondern auch das mörderische, profitable System der Zwangsarbeit im Fokus stehen. Gerade im Ruhrgebiet litten zig tausende ausländische Zwangsarbeiter*innen im Ruhrbergbau und der Eisen-und Stahlindustrie an den katastrophalen Arbeits- und Lebensbedingungen oder bezahlten für den faschistischen Krieg mit dem Tod.

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Neue öffentliche Führung im ehemaligen Zwangsarbeitslager Bergenerstr. 116 a-i

„An die Direktoren,
die Baracken für das Lager Bergen (Ausländer von Schacht 10) werden zur Zeit angeliefert.“
April 1943, Gewerkschaft ver. Constantin der Große

Foto: S. Wycisk

Anhand von anschaulichen Dokumenten werden die Geschichte des Lagers, die Her kunft und das Leben der hier untergebrachten Zwangsarbeiter sowie deren besonders harten Arbeits- und
Lebensbedingungen auf der Krupp-Zeche Constantin der Große erfahrbar.
Die Teilnehmenden bekommen einen Einblick in das verbrecherische System der Zwangsarbeit während der Zeit des Nazismus, das von Menschenraub, Ausbeutung und rassistischer Unterdrückung geprägt war.
Termin: Samstag, der 27. Mai 2023 um 14 Uhr
Dauer: ca. 1,5 Stunden
Ort: Bergener Str. 116c, Gedenktafel
Anmeldung:
E-mail: stadtarchiv@bochum.de
Telefon: 0234 910-9510

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Info-Tafel in der Bergener Straße steht

Im ehemaligen Zwangsarbeiterlager „Bergener Strasse“ gibt es jetzt eine Informationstafel mit geschichtlichen Daten über das Lager und die dort zur Zwangsarbeit gezwungenen Menschen aus der Ukraine und Polen. Auf Antrag vom Bündnis gegen Rechts hatte der Ausschuss für Kultur und Tourismus im Rat der Stadt Bochum im Februar 2022 den Beschluss gefasst, diese Informations- und  Gedenktafel aufzustellen.

„Begleitet“ wurde die Phase der technischen Umsetzung mit einer längeren Abklärung über einige geschichtliche Daten (z.B. über das tatsächliche Baujahr und die Fertigstellung des Lagers). Im Text auf der Tafel wird genau beschrieben, dass die Zwangsarbeiter auf der Zeche „Constantin der Große“, die zum Krupp-Konzern gehörte, besonders harten Arbeitsbedingungen ausgeliefert waren, die oft zum Tod oder schweren Verletzungen geführt haben.

Mit der Info-Tafel ist wieder ein kleiner Schritt getan, dass die Geschichte des Lagers und die Unterdrückungs- und Ausbeutungspolitik der Nazi-Diktatur in Bochum nicht vergessen wird..

Zwangsarbeit in Bochum im Zweiten Weltkrieg

Die Initiative Nordbahnhof widmet im Rahmen des 9. November eine Vortragsreihe zur Zwangsarbeit im Zweiten Weltkrieg und den gegenwärtigen Anforderungen an Erinnerungskultur und Erinnerungspolitik. Die Initiative schreibt dazu: »Eine Vielzahl von Menschen passierte während des Zweiten Weltkriegs den Nordbahnhof Bochum. Als Güter- und Reisebahnhof behielt er seine Alltagsfunktion bei, während gleichzeitig Hunderte Juden, Sinti und Roma von hier aus in die Vernichtungslager im Osten deportiert wurden. Den umgekehrten Weg nahmen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter sowie politische Häftlinge aus dem In- und Ausland, für die Bochum nicht Ausgangspunkt, sondern Ziel der unfreiwilligen Reise war.

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