8./9. Mai 1945 Befreiung vom Faschismus – das Trauma aber bleibt!

Sophia Kayes mit Übersetzer erzählt vom Familientrauma auf der Lesung in Bochum-Hiltrop am 23. April 2026 – unser erster Kontakt zu einer Zweitzeugin in England

Ergreifend berichtet Sophia Kayes, die aus der Ukraine stammende Urenkelin von Jakob Makarenko, aus Krywyi Rih, Ukraine, dass ihre Oma Maia, eine von zwei Töchtern von Jakob, stets am Tag der Befreiung den letzten Brief von Jakob zur Mahnung und Erinnerung verlesen habe. Nun sei die Oma im letzten Jahr leider verstorben. Sophia habe sich aber seit längerem auf die Spurensuche nach ihrem Urgroßvater begeben, der nie wieder nach Hause zurückgekehrt war. Aufgrund von Covid und dem russischen Angriffskrieg seit 2022 habe sie ihre weiteren Bemühungen zunächst verschieben müssen. Sie selbst ließ aber dieses familiäre Trauma einfach nicht los!

Am 23. April 2026 wurde Sophia nun dank der Hilfe von Olena Petrenko, Historikerin an der Ruhr-Universität, in Bochum fündig. Wie die Zugangsdokumente der Gewerkschaft Constantin zeigen, war Jakob Makarenko als sowjetischer Kriegsgefangener im Arbeitskommando 720 R tätig, das im Zillertal in Holzbaracken untergebracht war und ist am 7. Januar 1945 mit 32 Jahren an den Folgen der Zwangsarbeit in Bochum verstorben. Er wurde auf dem Friedhof Freigrafendamm beigesetzt.

Sophia Kayes mahnt die anwesenden Zuhörer*innen der Lesung aus dem Buch „Als die Holzschuhe zerbrachen, ging ich barfuß!“ in Bochum Hiltrop, an der sie glücklicherweise teilnehmen konnte, dass auch heute wieder unendliches Leid in der Ukraine passiere und wir nicht wegschauen dürften. Das familiäre Trauma durch Krieg und Verlust der Angehörigen wirke viele Jahrzehnte nach und muss endlich ein Ende haben!

1945 letztes Lebenszeichen von Jakob aus der Kriegsgefangenschaft als Zwangsarbeiter in Bochum, das die Familie wohl erst im September erreichte.
Jakob Makarenko ( *Krywyi Rih 23.04.1912 – 7.1.1945 Bochum) war als Schlepper bis zu seinem Tod auf Zeche Constantin tätig (Markennr. 9613).

Wir sind besorgt – AFD Verbot Jetzt!

Unterstützen Sie den NRW-Appell mit Ihrer Unterschrift und mischen sich als Demokrat*innen aktiv ein!

https://weact.campact.de/petitions/nrw-appell-afd-verbot-jetzt

Auch Gedenkstätten warnen bereits vor zunehmenden Angriffen und betonen die notwendige historisch-politische Bildungsarbeit gegen die Verbreitung von Falschinformationen und Geschichtsrevisionismus.

Hier die Stellungnahme von Prof. Jens-Christian Wagner, dem Leiter der Gedenkstätte Buchenwald in Weimar, vor dem Bundestag im Januar 2025 zu den aktuellen Herausforderungen und extremistischen Angriffen:

Neue Radtouren zum Lagersystem von Zeche Constantin für 2026 – bitte vormerken!

Schächte und Lager von Constantin, bearbeitete historische Karte von C. Spieker

Am Samstag, den 25.4. um 14 Uhr, „Zappenduster!“ hier zur Anmeldung:

https://vhs.bochum.de/programm/gesellschaft-politik/kurs/Zappenduster-von-Donezk-in-den-Puett-nach-Bochum/M12009A

Am Samstag, den 13.6. um 14 Uhr, „Gras drüber!“, hier zur Anmeldung:

https://vhs.bochum.de/programm/gesellschaft-politik/kurs/Gras-drueber-Auf-den-Spuren-der-Zwangsarbeit/M12009B

Krieg oder Frieden?

Alexander Majak, vor den Zwangsarbeiterbaracken der Westfalia Dinnendahl Gröppel AG, Bochum Verkehrsstraße, Juni 1943; Foto: Privatarchiv W. Jachnow

Ein Friedensappell,

von Alexander Majak, Donezk 1982

Ich will nicht, dass es wieder Krieg gibt, dass an der Front sterben die Väter und die Söhne, dass die Erde versinkt im Meer der Tränen von Müttern, dass der Kummer der Waisen wie mit Zangen unsere Herzen drückt.

Ich will nicht, dass zusammen mit den Menschen stirbt unsere Ernährerin – die Erde! Ich will nicht, dass dort, wo Kindergärten waren, plötzlich Atompilze wachsen.

Nicht den Tod will ich für mich, nicht für unser Land, nicht für alle Mütter der Erde. Mögen die, die den Krieg wollen, ihre Söhne schicken in die Hölle des Krieges.

Anders werden sie den Preis für ihren Unverstand nicht erfahren. Ich will nicht den qualvollen Blick der hungrigen Kinderaugen sehen!

In Schreck verzerrte Grimassen. Ich schreie es der ganzen Welt zu: Wir brauchen nicht den Krieg!

Menschen, unterstützt mich! Schließt euch zusammen, zu einer Familie! Dass unser Wille den Krieg verhindere, dass er werde wie Stahl.

Möge niemand die Mühe noch das Leben selbst beklagen, wenn es hingegeben wird für das Leben! Meine Stimme ist nicht allein, sie ist machtvoll, hinter ihr steht das ganze Land, meine Heimat ganz.

Glaubt mir, ich will wirklich nicht, dass in den Flammen des Krieges verbrennt mein Planet!

(* Alexander Majak arbeitete von März 1942 bis April 1945 als Schlosser in der Montage von Wasserpumpen und Apparaten für Schachtanlagen bei den Gröppelwerken. Er trug dieses Gedicht während seines Besuches in Bochum im August 1994 vor, um seinen Wunsch nach Frieden und Versöhnung auszudrücken. In: ….und die Erinnerung tragen wir im Herzen, Bochum 2002, S. 78 ff.)

Die Rede des Osteuropahistorikers Karl Schlögel anlässlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels zum Ukrainekrieg in der Paulskirche, Oktober 2025

https://www.ardmediathek.de/video/phoenix-plus/friedenspreis-fuer-historiker-karl-schloegel/phoenix/Y3JpZDovL3Bob2VuaXguZGUvNTE0Mzg1OQ

„Dort soll es auch Baracken gegeben haben!“ – Recherchen, Spuren, Öffentlichkeit –

Schmidtshof, Herne-Sodingen, Auf dem Stennert 10; Foto: C. Spieker 2024

Hier auch ein aktueller WAZ-Bericht dazu:

https://www.waz.de/lokales/herne-wanne-eickel/article410678619/ns-zwangsarbeit-neues-buch-schildert-schicksale-in-herner-und-bochumer-bergbau.html

Lesung in der Kulturküche Herne 17.12. 2025

Die Autorinnen der Initiative Gedenkort Bochum-Bergen stellen ihre umfangreichen Recherchen am Mittwoch, 17.12.2025 um 18:30 in der Kulturküche in Herne-Sodingen vor. Diese prägnante Aufsatzsammlung beinhaltet neue mikrogeschichtliche Recherchen, Text- und Bilddokumente sowie Berichte von Zeitzeuginnen über ihre Zwangsarbeit auf der Krupp-Zeche Constantin der Große, zu der auch die Zeche Mont Cenis gehörte. Sie erlauben es, soziale und arbeitsalltägliche Perspektiven zu entwickeln und biografische Zugänge zu eröffnen. Dies macht die Publikation zu einem geeigneten Material für die Bildungsarbeit sowohl am Gedenkort Bochum-Bergen, einem vollständig erhaltenen Lager und Baudenkmal mitten im Ruhrgebiet, als auch an den baulichen Überresten in Herne-Sodingen und zu einer spannenden Lektüre über Gewalt, Leben und Widerstand auf den Zechen Constantin und Mont Cenis während des Nationalsozialismus.

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Lesung mit dem Ensemble im Oval Office am 13. Dezember um 19:30 Uhr – Hier Karten bestellen!

https://www.schauspielhausbochum.de/de/stuecke/28909/als-die-holzschuhe-zerbrachen-ging-ich-barfuss

https://www.kulturkueche-herne.de/events/als-die-holzschuhe-zerbrachen-ging-ich-barfuss-ns-zwangsarbeit-auf-den-zechen-constantin-und-mont-cenis-in-bochum-und-herne/ (ausverkauft!)

Neue Führung am 16.11. um 14 Uhr im ehemaligen Zwangsarbeiterlager in Bochum-Bergen in Kooperation mit der VHS

Treffpunkt: Infotafel Bergener Straße 116 c

Kurs: L12009 C, VHS-Bochum: 0234-910-1555

Szenische Lesung im Fritz-Bauer-Forum am 6.11.25 – Foto: © FRITZ BAUER FORUM | BUXUS STIFTUNG

Szenische Lesung der Initiative Gedenkort Bochum-Bergen am 6.11. im Fritz-Bauer-Forum stieß auf sehr großes Interesse!

Lesung mit Teilen des Ensembles im Oval Office, Schauspielhaus Bochum, am 13.12. um 19 Uhr, bitte vormerken!

https://www.bochum-journal.de/2025/11/11/lesung-buchprojekt-zwangsarbeit-bochum-bergen/