
Ergreifend berichtet Sophia Kayes, die aus der Ukraine stammende Urenkelin von Jakob Makarenko, aus Krywyi Rih, Ukraine, dass ihre Oma Maia, eine von zwei Töchtern von Jakob, stets am Tag der Befreiung den letzten Brief von Jakob zur Mahnung und Erinnerung verlesen habe. Nun sei die Oma im letzten Jahr leider verstorben. Sophia habe sich aber seit längerem auf die Spurensuche nach ihrem Urgroßvater begeben, der nie wieder nach Hause zurückgekehrt war. Aufgrund von Covid und dem russischen Angriffskrieg seit 2022 habe sie ihre weiteren Bemühungen zunächst verschieben müssen. Sie selbst ließ aber dieses familiäre Trauma einfach nicht los!
Am 23. April 2026 wurde Sophia nun dank der Hilfe von Olena Petrenko, Historikerin an der Ruhr-Universität, in Bochum fündig. Wie die Zugangsdokumente der Gewerkschaft Constantin zeigen, war Jakob Makarenko als sowjetischer Kriegsgefangener im Arbeitskommando 720 R tätig, das im Zillertal in Holzbaracken untergebracht war und ist am 7. Januar 1945 mit 32 Jahren an den Folgen der Zwangsarbeit in Bochum verstorben. Er wurde auf dem Friedhof Freigrafendamm beigesetzt.
Sophia Kayes mahnt die anwesenden Zuhörer*innen der Lesung aus dem Buch „Als die Holzschuhe zerbrachen, ging ich barfuß!“ in Bochum Hiltrop, an der sie glücklicherweise teilnehmen konnte, dass auch heute wieder unendliches Leid in der Ukraine passiere und wir nicht wegschauen dürften. Das familiäre Trauma durch Krieg und Verlust der Angehörigen wirke viele Jahrzehnte nach und muss endlich ein Ende haben!






















