
Hier auch ein aktueller WAZ-Bericht dazu:
Lesung in der Kulturküche Herne 17.12. 2025
Die Autorinnen der Initiative Gedenkort Bochum-Bergen stellen ihre umfangreichen Recherchen am Mittwoch, 17.12.2025 um 18:30 in der Kulturküche in Herne-Sodingen vor. Diese prägnante Aufsatzsammlung beinhaltet neue mikrogeschichtliche Recherchen, Text- und Bilddokumente sowie Berichte von Zeitzeuginnen über ihre Zwangsarbeit auf der Krupp-Zeche Constantin der Große, zu der auch die Zeche Mont Cenis gehörte. Sie erlauben es, soziale und arbeitsalltägliche Perspektiven zu entwickeln und biografische Zugänge zu eröffnen. Dies macht die Publikation zu einem geeigneten Material für die Bildungsarbeit sowohl am Gedenkort Bochum-Bergen, einem vollständig erhaltenen Lager und Baudenkmal mitten im Ruhrgebiet, als auch an den baulichen Überresten in Herne-Sodingen und zu einer spannenden Lektüre über Gewalt, Leben und Widerstand auf den Zechen Constantin und Mont Cenis während des Nationalsozialismus.
Die Autorinnen stellen das Buchprojekt, das auf jahrelanger Recherchearbeit zu den Arbeits- und Lebensbedingungen von Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern auf der Zeche Constantin und Mont Cenis in Bochum und Herne basiert, in einer spannenden Lesung mit dem Titel „“Dort soll es auch Baracken gegeben haben…“ – Recherchen, Spuren, Öffentlichkeit“ vor. Die Sprecher*innen wechseln sich ab, zitieren Originalquellen und blenden Fotos ein. Im Mittelpunkt stehen persönliche Schicksale und historische Dokumente, die das Leben von Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern auf der Großzeche Constantin und Mont Cenis beleuchten. Besonders eindrücklich sind die Schilderungen von Zeitzeugen wie Michail Petruk, die von Hunger, Gewalt und familiären Verlusten berichten und die Darstellung der Schicksale der ukrainischen Mädchen und Frauen, die auf Mont Cenis und Constantin zur Arbeit gezwungen wurden.
Die Autorinnen stellen die Schicksale der Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen in Selbstzeugnissen und Dokumenten vor. Dabei sind ihre Schwerpunkte Frauen und Mädchen auf Constantin und Mont Cenis, Arbeitsregime, Fluchten, Widerstand, Strafen und Verfolgung. Ziel der Initiative ist es, die Erinnerung an diese Menschen wachzuhalten und den Ort Bochum-Bergen sowie weitere Erinnerungsorte auch in Herne als Lern- und Gedenkort zu bewahren. Zu diesem Thema eröffnen sie den Austausch mit den Besucherinnen der Lesung.
Herausgegeben wird das Werk in Kooperation mit der Gesellschaft Bochum-Donezk e.V. und mit finanzieller Unterstützung der NRW-Stiftung.
Die Initiative Gedenkort Bochum-Bergen ist überparteilich und Mitglied im Bochumer Bündnis gegen Rechts. Ihr Anliegen ist es, im ehemaligen Zwangsarbeiter-Lager an der Bergener Straße einen würdigen Gedenk-, Erinnerungs- und Lernort zu den NS-Verbrechen am Beispiel der Zwangsarbeit in Bochum zu schaffen und ein Zeichen gegen menschenverachtenden Rassismus zu setzen. Sie mischt sich aktiv in die Lokalpolitik ein und fordert Transparenz und Beteiligung der Zivilgesellschaft. Dabei bietet sie Führungen für Interessierte zum Thema Zwangsarbeit im 2. Weltkrieg an und arbeitet mit Jugendgruppen und Schulen zusammen. Die Initiative recherchiert, um lange Zeit Verborgenes und Verdrängtes aufzudecken und macht Öffentlichkeitsarbeit.
Initiative Gedenkort Bochum-Bergen/ Gesellschaft Bochum-Donezk e.V. (Hg.). „Als die Holzschuhe zerbrachen, ging ich barfuß“ NS-Zwangsarbeit auf den Zechen Constantin und Mont Cenis in Bochum und Herne. Ca. 248 Seiten, zahlr. farb. Abbildungen, 24,95€
ISBN 978-3-8375-2743-8
Verlagswebsite: https://klartext-verlag.de/buecher/fachbuch/6657/als-die-holzschuhe-zerbrachen-ging-ich-barfuss?srsltid=AfmBOoo8XYdJiok5ilW14iQ50TIXbyB8Jd_lrqVyhn5O7uuXrFaD7f2Y
