
Ende Juli 1944 – Barackenlager Bergen, abschließende Bauarbeiten
„Fertigstellung der Restarbeiten. Anstreicher und Schreinerarbeiten der zuletzt aufgestellten Mannschaftsbaracke. Zur Zeit sind 2 Mann beschäftigt. Fertigstellung Ende Juli 1944. Lager kann nach Fertigstellung mit 680 Mann belegt werden“. (Quelle: Raulff Juli 1944, montan.dok BBA 20/2825)
Der damals 13-jährige (!) Zwangsarbeiter Nikolaj Storoschenko aus der Ukraine
war einer der ersten Bewohner des Lagers in der Bergenerstr. 1998 besuchte er Bochum auf Einladung der Gesellschaft Bochum-Donezk e.V, die seit 1992 Zwangsarbeitergruppen aus Donezk einlud. Sein größter Wunsch war es, das Grab seines Vaters zu finden, der bereits 1943 durch die harte Arbeit, Schläge und mangelnde Ernährung mit vierzig Jahren auf der Zeche Constantin ums Leben kam. Seine Biographie sollte uns Mahnung gegen Rassismus und Ermutigung zur Völkerverständigung zugleich sein. Dank seiner rückblickenden Erinnerungen haben wir wertvolle Informationen zur Zwangsarbeit auf Zeche Constantin und deren Lagern in der NS-Zeit erhalten. Diese gilt es heutigen Jugendlichen für die Zukunft einer wehrhaften Demokratie weiterzuerzählen!


Besuchergruppe aus Donezk 1998, N. Storoschenko (2.v.re.)
Fotos: Archiv Gesellschaft Bochum-Donezk e.V.
Nächste Führungen der Initiative „Gedenkort Bergen“ (BgR) mit der VHS:
- Sonntag 15. September 14 – 15.30 Uhr, Treffpunkt: Gedenktafel, Bergenerstr. 116 a-i
- Samstag 12. Oktober 14 – 16.30 Uhr Radtour auf den Spuren von Nikolaj Storoschenko, Treffpunkt: Vierhausstr./Hernerstr.
