Erste szenische Lesung zu Arbeits- und Lebensbedingungen von Zwangsarbeiter*innen

  • der Kruppzeche Constantin der Große in Bochum-Bergen

Auf überraschend großes Interesse traf die Führung am Sonntag, den 30.7.2023, in der letzten Woche der Sommerferien. Fast 50 Personen hatten sich angemeldet und übertrafen damit alle Erwartungen um ein Vielfaches. Nach einer kurzen Einführung in Raum und Zeit, den Eroberungskrieg Nazideutschlands in Osteuropa und damit den Beginn der Zwangsrekrutierung ausländischer Arbeitskräfte, konnte die szenische Lesung beginnen. Dank der umfangreichen Sammlung der Briefe ehemaliger Zwangsarbeiter aus Bochum (1942-45), die anlässlich ihrer Besuche und ihrer Hoffnung auf Entschädigung verfasst wurden, konnte auf Zeitzeugnisse von Zwangsarbeiter*innen der Zeche Constantin zurückgegriffen werden (Hrsg.: W. Jachnow et al, …und die Erinnerung tragen wir im Herzen, Bochum 2002).

Mit wechselnden Rollen wurden die bedrückenden Erzählungen von 5 Protagonist*innen vorgetragen, die auf den Schachtanlagen oder in der Lagerküche gearbeitet haben und von Zumutungen und Entbehrungen in ihrer Jugend berichten.

Dankenswerterweise haben wir Waltraud Jachnow von der Gesellschaft Bochum-Donezk e.V. zur Unterstützung gewinnen können, die die Personen in den 1990er Jahren erlebt und ihre Briefe übersetzt hat.

In zwei getrennten Gruppen konnten darüber hinaus eine kleine Ausstellung zur Entstehung des Lagers besucht wie auch an der Führung über das ehemalige Lagergelände teilgenommen werden.

Für Nachfragen und auch neue Anregungen gab es im Anschluss Gelegenheit wozu auch Frau Jachnow, als Zweitzeugin zur Verfügung stand.

Inwieweit die derzeitige Forschung und Öffentlichkeitsarbeit der Krupp-Stiftung zur Rolle von Krupp im Nationalsozialismus das überregionale Interesse am künftigen Gedenkort für den Ruhrbergbau in Bochum-Bergen weiter intensivieren wird, erwarten wir mit Spannung!

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